Elektrisches Fliegen & Green Aviation
am Kassel Airport.
Zukunftsfelder
Elektrisches Fliegen am Kassel Airport
Elektrische Antriebe eröffnen neue Perspektiven für die Luftfahrt. Bereits heute sind erste Elektroflugzeuge zugelassen, die im Flugbetrieb keine direkten CO₂-Emissionen erzeugen und deutlich leiser sind als viele konventionell angetriebene Maschinen. Vor allem auf kurzen Strecken bieten sie Potenzial für einen umweltverträglicheren Luftverkehr.
Der Kassel Airport will diese Entwicklung frühzeitig begleiten. Die vorhandene Flughafeninfrastruktur, die ansässigen Flugschulen und Luftfahrtunternehmen sowie die zentrale Lage schaffen gute Bedingungen, um elektrische Luftfahrt schrittweise zu erproben und in bestehende Betriebsabläufe zu integrieren.
Gemeinsam mit dem Bremer Luftfahrtunternehmen Evia Aero plant der Flughafen den Aufbau einer eigenen Energie- und Ladeinfrastruktur. Vorgesehen sind eine Freiflächen-Photovoltaikanlage, ein Batteriespeichersystem und Ladepunkte für elektrisch betriebene Flugzeuge.
Elektrisches Fliegen und Green Aviation bilden damit eines von drei Zukunftsfeldern des Kassel Airports.
Elektrisches fliegen
Elektrisches Fliegen als Zukunftsfeld
Am Kassel Airport sind bereits mehrere Flugschulen und Vereine tätig. Hinzu kommen ein eigener Bereich für die Allgemeine Luftfahrt sowie Wartungs- und Luftfahrtunternehmen direkt am Standort. Damit lassen sich elektrische Flugzeuge zunächst im Ausbildungs- und Trainingsbetrieb einsetzen. Gleichzeitig können Betreiber praktische Erfahrungen mit neuen Antriebs- und Energiesystemen sammeln.
Im April 2026 hat der Aufsichtsrat der Flughafen GmbH Kassel beschlossen, den Standort strategisch weiterzuentwickeln. Green Aviation und elektrisches Fliegen bilden dabei einen von drei Schwerpunkten. Die weiteren Zukunftsfelder sind Sicherheit und Zivilschutz sowie UAS und Drohnentechnologie.
Kassel Airport: Sicherheit stärken. Innovation ermöglichen. Luftfahrt weiterdenken.
Das bestehende Profil des Flughafens bleibt erhalten. Passagierverkehr, Geschäftsflüge, Flugschulen und die Allgemeine Luftfahrt bleiben wichtige Bestandteile des Betriebs. Die Zukunftsfelder ergänzen diese Bereiche und knüpfen an bereits vorhandene Strukturen und Kompetenzen am Standort an.
Elektrisches Fliegen
Was bedeutet elektrisches Fliegen?
Vollelektrische Flugzeuge erzeugen während des Fluges keine direkten CO₂-Emissionen. Zudem verursachen sie weniger Lärm als viele Flugzeuge mit Verbrennungsmotor. Interessant sind sie deshalb zunächst für die Flugausbildung. Perspektivisch könnten elektrische Antriebe auch für regionale Verbindungen und kleinere Passagierflugzeuge eine größere Rolle spielen.
Elektrisches Fliegen ist ein Teilbereich von Green Aviation. Der Begriff umfasst weitere Technologien und Maßnahmen für eine umweltverträglichere Luftfahrt. Dazu gehören erneuerbare Energien, alternative Antriebe und eine energieeffizientere Infrastruktur.
Viele dieser Flüge beginnen und enden am selben Flughafen. Flug- und Ladezeiten lassen sich dadurch vergleichsweise verlässlich planen. Elektrische Schulungsflugzeuge verursachen im Flugbetrieb keine direkten CO₂-Emissionen können die Lärmbelastung gegenüber konventionell angetriebenen Maschinen deutlich reduzieren. Angehende Pilotinnen und Piloten sammeln zugleich frühzeitig Erfahrungen mit elektrischen Antriebssystemen.
Der Kassel Airport bringt dafür mehrere Voraussetzungen mit:
- Flugschulen und Vereine am Standort
- einen eigenen Bereich für die Allgemeine Luftfahrt
- einem kontrollierten Luftraum
- kurze Wege zwischen Vorfeld, Abstellflächen und Betriebsgebäuden
- Wartungs- und Luftfahrtunternehmen vor Ort
- Flächen für technische Infrastruktur
Elektrisches Fliegen
Kooperation mit Evia Aero
Evia Aero wurde 2022 gegründet und arbeitet am Aufbau eines Netzes für Regionalverbindungen mit elektrischen und anderen emissionsfreien Antriebssystemen. Der Kassel Airport soll künftig Teil dieser Infrastruktur werden und gemeinsam mit weiteren Regionalflughäfen in ein entsprechendes Streckennetz eingebunden werden.
Als erster gemeinsamer Schritt ist auf dem Flughafengelände eine Energieanlage geplant. Sie soll eine Freiflächen-Photovoltaikanlage mit einem Batteriespeichersystem und Ladepunkten für elektrische Flugzeuge verbinden.
Der vor Ort erzeugte Solarstrom wird gespeichert und bei Bedarf für den Flugbetrieb bereitgestellt. Energieerzeugung und Ladeinfrastruktur werden daher nicht getrennt betrachtet, sondern sind als gemeinsames Versorgungssystem geplant.
Nach aktuellem Planungsstand soll die Anlage 2028 in Betrieb gehen.

Energie- und Ladeinfrastruktur am Standort
Im Airport Business Park besteht bereits eine Mittelspannungsversorgung mit 20 Kilovolt. Um künftig einen steigenden Energiebedarf abzudecken, ist bis voraussichtlich 2030 ein 110-Kilovolt-Umspannwerk vorgesehen. Parallel dazu entwickelt die Flughafen GmbH Kassel gemeinsam mit den Städtischen Werken Kassel ein Versorgungskonzept, das erneuerbare Energiequellen, Speichersysteme und die erforderliche Ladeinfrastruktur miteinander verbindet.
Elektrisches Fliegen
Vom Schulungsflug zum elektrischen Regionalverkehr
Elektrische Flugzeuge könnten später auch im Regionalverkehr eingesetzt werden. Für diese sogenannte Electric Regional Air Mobility, kurz eRAM, kommen kleinere Passagierflugzeuge mit etwa 10 bis 50 Sitzplätzen infrage.
Eine DLR-Studie aus dem Jahr 2023 betrachtet für erste entsprechende Flugzeugkonzepte Reichweiten von rund 400 Kilometern bei Geschwindigkeiten von etwa 350 Kilometern pro Stunde. Damit könnten insbesondere regionale Verbindungen interessant werden, auf denen Reisen mit Bahn oder Auto vergleichsweise viel Zeit beanspruchen, während der Einsatz größerer Verkehrsflugzeuge wirtschaftlich kaum sinnvoll ist.
Elektrische Regionalflüge könnten das bestehende Verkehrsangebot ergänzen und Lücken zwischen bodengebundenen Verbindungen und dem klassischen Linienflug schließen.
Elektrisches Fliegen
Teil eines Netzwerks emissionsfreier Verbindungen
Evia Aero plant ein Netzwerk emissionsfreier Verbindungen zwischen mehreren Regionalflughäfen. Der Kassel Airport könnte dabei künftig Teil einer überregionalen Lade- und Energieinfrastruktur werden.
Die vorgesehenen Ladepunkte nutzen den aus dem Straßenverkehr bekannten CCS2-Standard. Dadurch können sie nicht nur elektrische Flugzeuge, sondern auch Elektroautos und elektrische Servicefahrzeuge versorgen. Die bislang getrennten Bereiche von Land- und Luftverkehr greifen damit auf eine gemeinsame Infrastruktur zurück.
Für ein überregionales Netz elektrischer Flugverbindungen ist eine geeignete Ladeinfrastruktur an mehreren Flughäfen erforderlich. Voraussetzung sind außerdem zugelassene und kommerziell verfügbare Elektroflugzeuge sowie der weitere Ausbau der Energieinfrastruktur an den beteiligten Standorten.
Zukunftsfelder
Warum die zentrale Lage Kassels wichtig ist
Bei begrenzten Reichweiten spielt die geografische Lage eines Flughafens eine besonders wichtige Rolle. Bei einer angenommenen Reichweite von rund 450 Kilometern könnten vom Kassel Airport aus mit einem vollelektrischen Regionalflugzeug im regulären Instrumentenflugbetrieb etwa 25 Regionalflugplätze erreicht und in ein entsprechendes Streckennetz eingebunden werden.
Damit bietet der Standort gute Voraussetzungen für ein Netz elektrischer Regionalverbindungen. Der Standort könnte dabei sowohl als Ausgangspunkt für Direktverbindungen als auch als Knotenpunkt zwischen mehreren Teilstrecken dienen.
Mit einem vollelektrischen Regionalflugzeug und einer Reichweite von rund 450 Kilometern lassen sich vom Kassel Airport ca. 25 Regionalflugplätze erreichen.
Die Kalkulation basiert auf Flüge im regulären Instrumentenflugbetrieb.

Voraussetzungen für den elektrischen Regionalverkehr
Evia Aero steht bereits mit mehreren Herstellern künftiger Flugzeuge in Verbindung. Welcher Flugzeugtyp später tatsächlich am Kassel Airport zum Einsatz kommen könnte, ist derzeit noch offen.
Auch die Einführung des Flugbetriebs erfordert eine enge Abstimmung zwischen verschiedenen Akteure. Flughäfen und Fluggesellschaften müssen eng mit Herstellern, Forschungseinrichtungen und Energieversorgern zusammenarbeiten. Hinzu kommen öffentliche Stellen, die für Genehmigungen und regulatorische Rahmenbedingungen zuständig sind.

Infrastruktur am Kassel Airport
Für die elektrische Luftfahrt ist vor allem der Bereich der Allgemeinen Luftfahrt relevant. Dort können erste Elektroflugzeuge eingesetzt und abgestellt werden. Auch die Ladeinfrastruktur lässt sich in diesem Bereich aufbauen, ohne den kommerziellen Passagierbetrieb grundlegend zu verändern.
Neue Antriebssysteme erfordern spezialisierte Unternehmen und technische Dienstleistungen. Auch qualifizierte Fachkräfte werden benötigt. Daraus können sich neue Unternehmensansiedlungen, zusätzliche Arbeitsplätze und weitere regionale Wertschöpfung entwickeln.
Die Studie zur regionalökonomischen Bedeutung des Flughafens Kassel vom Dezember 2024 sieht im Einsatz elektrischer Flugzeuge die Chance, die Umweltbelastung der Luftfahrt zu senken und gleichzeitig die wirtschaftliche Bedeutung des Standorts auszubauen.
Bereits heute arbeiten über 1.300 Menschen in 40 Betrieben direkt am Flughafen Kassel. Besonders stark vertreten sind Unternehmen im Bereich Luftfahrttechnik. Die elektrische Luftfahrt kann an diese bestehende Wirtschaftsstruktur anknüpfen und neue Technologien sowie Geschäftsmodelle ergänzen.
Studie „Regionalökonomische Bedeutung des Flughafens Kassel“ herunterladen.
Green Aviation im Kontext der Luftfahrtstrategie
Regionalflughäfen können diese Entwicklung unterstützen. Sie verfügen über Flächen und reale Betriebsbedingungen, unter denen neue Technologien erprobt und in bestehende Flughafenprozesse integriert werden können. Anschließend können sie schrittweise in den Regelbetrieb überführt werden.
Mit der geplanten Energie- und Ladeinfrastruktur schafft der Kassel Airport die technischen Voraussetzungen, um diese Entwicklung langfristig zu begleiten.
Bestand, Entwicklung und Potenzial
|
Besteht bereits |
In Entwicklung |
Mögliches Potenzial |
|---|---|---|
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Flugschulen und Vereine |
Kooperation mit Evia Aero |
Elektrische Ausbildungsflüge |
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Bereich für die Allgemeine Luftfahrt |
Photovoltaikanlage |
Elektrischer Regionalverkehr |
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Luftfahrt- und Wartungsunternehmen |
Batteriespeicher und Ladepunkte |
Netz emissionsfreier Verbindungen |
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20-kV-Mittelspannungsversorgung |
Inbetriebnahme nach aktuellem Planungsstand 2028 |
Umsteigepunkt für eRAM |
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Netzwerke mit Wirtschaft und Forschung |
Ausbau der Energieversorgung |
Ansiedlung von Technologieunternehmen |
Elektrisches fliegen
Aktuelle Entwicklungen zu Green Aviation und elektrischem Fliegen
Mit der Kooperation zwischen dem Kassel Airport und Evia Aero nimmt das Zukunftsfeld konkrete Formen an. Die geplante Photovoltaikanlage mit Batteriespeicher und Ladepunkten soll eine technische Grundlage für den späteren Betrieb elektrischer Flugzeuge schaffen.
Aktuelle Meldungen geben Einblick in den Fortschritt der Projekte, neue Kooperationen und die nächsten Schritte auf dem Weg zu einem emissionsärmeren Regionalflugverkehr.