Elektrisches Fliegen & Green Aviation
am Kassel Airport.

Elektrisches fliegen

Elektrisches Fliegen als Zukunftsfeld

Kassel Airport: Sicherheit stärken. Innovation ermöglichen. Luftfahrt weiterdenken.

Das bestehende Profil des Flughafens bleibt erhalten. Passagierverkehr, Geschäftsflüge, Flugschulen und die Allgemeine Luftfahrt bleiben wichtige Bestandteile des Betriebs. Die Zukunftsfelder ergänzen diese Bereiche und knüpfen an bereits vorhandene Strukturen und Kompetenzen am Standort an.

Elektrisches Fliegen

Was bedeutet elektrisches Fliegen?


Vollelektrische Flugzeuge erzeugen während des Fluges keine direkten CO₂-Emissionen. Zudem verursachen sie weniger Lärm als viele Flugzeuge mit Verbrennungsmotor. Interessant sind sie deshalb zunächst für die Flugausbildung. Perspektivisch könnten elektrische Antriebe auch für regionale Verbindungen und kleinere Passagierflugzeuge eine größere Rolle spielen.

Elektrisches Fliegen ist ein Teilbereich von Green Aviation. Der Begriff umfasst weitere Technologien und Maßnahmen für eine umweltverträglichere Luftfahrt. Dazu gehören erneuerbare Energien, alternative Antriebe und eine energieeffizientere Infrastruktur.

Für den Einsatz in der Flugausbildung sind bereits erste batterieelektrische Schulungsflugzeuge zugelassen. Ein naheliegender erster Schritt am Kassel Airport ist deshalb ihr Einsatz bei Schulungs- und Trainingsflügen.


Viele dieser Flüge beginnen und enden am selben Flughafen. Flug- und Ladezeiten lassen sich dadurch vergleichsweise verlässlich planen. Elektrische Schulungsflugzeuge verursachen im Flugbetrieb keine direkten CO₂-Emissionen können die Lärmbelastung gegenüber konventionell angetriebenen Maschinen deutlich reduzieren. Angehende Pilotinnen und Piloten sammeln zugleich frühzeitig Erfahrungen mit elektrischen Antriebssystemen.

Der Kassel Airport bringt dafür mehrere Voraussetzungen mit:

  • Flugschulen und Vereine am Standort
  • einen eigenen Bereich für die Allgemeine Luftfahrt
  • einem kontrollierten Luftraum
  • kurze Wege zwischen Vorfeld, Abstellflächen und Betriebsgebäuden
  • Wartungs- und Luftfahrtunternehmen vor Ort
  • Flächen für technische Infrastruktur

Elektrisches Fliegen

Kooperation mit Evia Aero

Als erster gemeinsamer Schritt ist auf dem Flughafengelände eine Energieanlage geplant. Sie soll eine Freiflächen-Photovoltaikanlage mit einem Batteriespeichersystem und Ladepunkten für elektrische Flugzeuge verbinden.

Der vor Ort erzeugte Solarstrom wird gespeichert und bei Bedarf für den Flugbetrieb bereitgestellt. Energieerzeugung und Ladeinfrastruktur werden daher nicht getrennt betrachtet, sondern sind als gemeinsames Versorgungssystem geplant.

Nach aktuellem Planungsstand soll die Anlage 2028 in Betrieb gehen.

Elektrisches Fliegen

Vom Schulungsflug zum elektrischen Regionalverkehr

Elektrische Flugzeuge könnten später auch im Regionalverkehr eingesetzt werden. Für diese sogenannte Electric Regional Air Mobility, kurz eRAM, kommen kleinere Passagierflugzeuge mit etwa 10 bis 50 Sitzplätzen infrage.

Eine DLR-Studie aus dem Jahr 2023 betrachtet für erste entsprechende Flugzeugkonzepte Reichweiten von rund 400 Kilometern bei Geschwindigkeiten von etwa 350 Kilometern pro Stunde. Damit könnten insbesondere regionale Verbindungen interessant werden, auf denen Reisen mit Bahn oder Auto vergleichsweise viel Zeit beanspruchen, während der Einsatz größerer Verkehrsflugzeuge wirtschaftlich kaum sinnvoll ist.

Elektrische Regionalflüge könnten das bestehende Verkehrsangebot ergänzen und Lücken zwischen bodengebundenen Verbindungen und dem klassischen Linienflug schließen.

Elektrisches Fliegen

Teil eines Netzwerks emissionsfreier Verbindungen

Evia Aero plant ein Netzwerk emissionsfreier Verbindungen zwischen mehreren Regionalflughäfen. Der Kassel Airport könnte dabei künftig Teil einer überregionalen Lade- und Energieinfrastruktur werden.

Die vorgesehenen Ladepunkte nutzen den aus dem Straßenverkehr bekannten CCS2-Standard. Dadurch können sie nicht nur elektrische Flugzeuge, sondern auch Elektroautos und elektrische Servicefahrzeuge versorgen. Die bislang getrennten Bereiche von Land- und Luftverkehr greifen damit auf eine gemeinsame Infrastruktur zurück.

Für ein überregionales Netz elektrischer Flugverbindungen ist eine geeignete Ladeinfrastruktur an mehreren Flughäfen erforderlich. Voraussetzung sind außerdem zugelassene und kommerziell verfügbare Elektroflugzeuge sowie der weitere Ausbau der Energieinfrastruktur an den beteiligten Standorten.

Mit einem vollelektrischen Regionalflugzeug und einer Reichweite von rund 450 Kilometern lassen sich vom Kassel Airport ca. 25 Regionalflugplätze erreichen.

Die Kalkulation basiert auf Flüge im regulären Instrumentenflugbetrieb.

Ein elektrisches Flugzeug während Ladung am Kassel Airport.

Bestand, Entwicklung und Potenzial

Besteht bereits

In Entwicklung

Mögliches Potenzial

Flugschulen und Vereine

Kooperation mit Evia Aero

Elektrische Ausbildungsflüge

Bereich für die Allgemeine Luftfahrt

Photovoltaikanlage

Elektrischer Regionalverkehr

Luftfahrt- und Wartungsunternehmen

Batteriespeicher und Ladepunkte

Netz emissionsfreier Verbindungen

20-kV-Mittelspannungsversorgung

Inbetriebnahme nach aktuellem Planungsstand 2028

Umsteigepunkt für eRAM

Netzwerke mit Wirtschaft und Forschung

Ausbau der Energieversorgung

Ansiedlung von Technologieunternehmen

Elektrisches fliegen

Aktuelle Entwicklungen zu Green Aviation und elektrischem Fliegen

Mit der Kooperation zwischen dem Kassel Airport und Evia Aero nimmt das Zukunftsfeld konkrete Formen an. Die geplante Photovoltaikanlage mit Batteriespeicher und Ladepunkten soll eine technische Grundlage für den späteren Betrieb elektrischer Flugzeuge schaffen.

Aktuelle Meldungen geben Einblick in den Fortschritt der Projekte, neue Kooperationen und die nächsten Schritte auf dem Weg zu einem emissionsärmeren Regionalflugverkehr.